BIG_ling

„Mehrsprachige Kompetenz ist nicht nur Einsprachigkeit in mehreren Sprachen, sondern ist als eine ganzheitliche Sprachkompetenz aufzufassen und zu fördern.“

Elisabeth Allgäuer-Hackl/Ulrike Jessner, Mehrsprachigkeitsunterricht aus mehrsprachiger Sicht. Zur Förderung des metalinguistischen Bewusstseins

Projektbeschreibung des BIG SK-AT Folgeprojekts

"Bildungskooperationen in der Grenzregion SK-AT_bilingual" (BIG_ling SK-AT) 
im Rahmen des Kooperationsprogramms INTERREG V-A Slowakei-Österreich

Projektlaufzeit: 11/2020 - 12/2022

1.      Allgemeine Projektbeschreibung

Die stetig wachsende Region mit den Hauptstädten Bratislava und Wien ist einerseits durch städtischen Charakter geprägt, und stellt so einen dynamischen Wirtschaftsraum mit vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten dar. Auf der anderen Seite ist die Region auch reich an  Natur(Schutz)gebieten. Die sprachliche und kulturelle Vielfalt, die diese Region auszeichnet, stellt einen wichtigen u.a. arbeitsmarktrelevanten Faktor für die Entwicklung sowie für die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität dieses speziellen Lebensraumes dar. In diesem Zusammenhang bedeutet die Zweisprachigkeit einen zusätzlichen Mehrwert für die gesamte Region, und es gilt, dieses vorhandene Potenzial auszuschöpfen.

Die Sprach- und Kulturkenntnisse sind ausschlaggebend für „Employability“ (Beschäftigungsfähigkeit) von künftigen jungen Erwachsenen. Zudem haben naturwissenschaftliche, technische und digitale Kompetenzen in der Bildungslandschaft beider Länder Priorität. Aus diesem Grund wird im gegenständlichen Projekt der Sprachenerwerb (Nachbarsprachen/Mehrsprachigkeit) mit Angeboten zum forschenden, entdeckenden und bewegten Lernen mit Fokus auf den digitalen, naturwissenschaftlichen und technischen Fachbereich erweitert und in den Kontext der Bildung für nachhaltige Entwicklung (Wissen über schonenden Umgang mit unseren Ressourcen) gesetzt. Dieser Aspekt eröffnet auch weitere Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen den Bildungseinrichtungen. Ein weiterer innovativer Ansatz ist, dass die regionalen Potentiale (z.B. Naturschutzgebiete, Museen, Betriebe, Großstädte) als Lernorte entdeckt und als Ressource im pädagogischen Alltag genutzt werden.


Um eine erfolgreiche Implementation von innovativen Bildungsansätzen für Bilingualität in Bildungseinrichtungen zu sichern, wird in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein nachhaltiges bilinguales Bildungskonzept erarbeitet.

Darüber hinaus wird erstmals eine Wissensbilanz im Kontext von gü. EU-Projekten durchgeführt. Das Ergebnis soll Transparenz über den durch die Projekte entstandenen Mehrwert schaffen, künftige Handlungsansätze aufzeigen und als Kommunikationsmittel verwendet werden.

 

2.      Ziele

·         Erweiterung der Sprachvermittlung auf neue Themen- und Kompetenzfelder (MINT*-Förderung, sprachsensible Wissensvermittlung) unter besonderer Berücksichtigung des forschenden und bewegten Lernens

·         Nutzung der regionalen Potentiale im grenzüberschreitenden Wirtschafts- und Naturraum als Bildungsressource

·         Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Träger zum Mehrwert der Bilingualität und Bereitstellung von innovativen bilingualen Bildungsansätzen für die Implementierung in  Bildungseinrichtungen der SK-AT Projektregion

 (*MINT: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik)

3.      Zielgruppen

·         Kindergartenkinder, Schüler*innen, Studierende

·         Pädagog*innen, (Sprach)Lehrer*innen

·         Eltern

·         Bildungseinrichtungen (Kindergärten, Schulen)

·         Schul- und Kindergartenverwaltungen

·         Gemeinden und Städte

·         Natur- und Kultureinrichtungen, Wirtschaftsbetriebe

 

4.      Aktivitäten

1. Thematische Vertiefung – Forschendes Lernen mit Bewegung

·         Verknüpfung von Sprach- und Wissensvermittlung - Sprachförderung mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Technik im Kontext von Digitalisierung und Bilingualität.

·         Erstellung von Sprachmaterialien mit Berücksichtigung des forschenden und bewegten Lernens/ sprachsensiblen MINT-Materialien, ergänzt um den Aspekt der regionalen Potentiale.


2. Qualifizierung und grenzüberschreitender Fachaustausch

·         Regionale und grenzüberschreitende Seminare, Fachveranstaltungen für Pädagog*innen/Studierende und grenzüberschreitende Praktika und Exkursionen für Student*innen.
 

3. Eingliederung der regionalen Potenziale in die gü. Aktivitäten

·         Regionale Potentiale (z.B. Naturschutzgebiete, Betriebe) werden als grenzüberschreitende Lernorte entdeckt und genutzt.

·         Grenzüberschreitende Exkursionen der Partnerkindergärten bzw. –schulen, Erweiterung der Begegnungen um die wirtschaftliche und kulturelle Perspektive, über das Spracherlebnis hinaus (Potenziale des gemeinsamen Lebensraums)

 

4. Innovative Bildungsansätze für Bilingualität und Wissensbilanz

·         Konzeptentwicklung und Sensibilisierung für den Mehrwert der Bilingualität zur erfolgreichen Implementierung von innovativen Bildungsansätzen in Bildungseinrichtungen der SK-AT Grenzregion und Ballungszentren. (B-Solutions)

·         Durchführung einer projektübergreifenden Wissensbilanz – Sichtbarmachung der geschaffenen Werte und Kompetenzen in den grenzüberschreitenden Bildungsprojekten.